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Werden Mietwagen künftig teurer?

 

Jannyn SaßReiseplanung

Mietwagen könnten künftig für Geschäftsreisende teurer werden. Grund dafür sind die aktuellen Lockerungen in der Corona-Krise, die viele Mietwagenanbieter im In- und Ausland veranlasst, jetzt ihr Geschäft rechtzeitig vor Herbst zu machen. Um möglichst hohe Einnahmen über die Sommermonate zu generieren und um die Verluste der vergangenen Monate auszugleichen, haben gleich mehrere Anbieter in verschiedenen Ländern ihre Preise erhöht. 

Denn die Mietwagenanbieter gehörten zu denjenigen, die durch die Krise am härtesten gebeutelt wurden: Viele hatten 2020 mit einem Rekordjahr gerechnet, da innerstädtische Mobilität, insbesondere Sharing-Angebote, im Trend lagen. Dadurch wurden die Bestände aufgestockt, dann stand alles still. Der schlagartige Wegfall von Geschäftskunden und Touristen sorgte für den harten Einbruch. Viele Anbieter mussten ihre Flotten kürzen, mussten Stationen schließen und Personal entlassen. Bei Sixt zum Beispiel lag der Gesamtbestand an Fahrzeugen im ersten Quartal 2021 bei etwa 93.000 Autos. Vor Corona im Jahr zuvor waren es noch knapp 131.000. Auch die Europcar-Gruppe musste das Flottenvolumen zurückschrauben von 293.000 vom Vorjahr auf rund 187.000 Fahrzeuge. Für die Avis-Budget-Gruppe schrumpfte der Bestand von 607.000 auf 412.000 Fahrzeuge zurück. Es kam zu Schließungen vieler Filialen und zu Insolvenzen z. B. von Hertz oder Europcar. Auch die Qualität hat Einbußen erlitten: Anbieter haben Filialen geschlossen, Öffnungszeiten reduziert, was u. U. die Nutzer zu spüren bekommen haben, wenn sie vor verschlossener Filiale standen.

Preissteigerungen für Mietwagen über die Sommermonate – Hintergrund

Jetzt mit den Lockerungen der Maßnahmen und der Zunahme an Mobilität, versuchen viele Anbieter, über die höheren Preise die Verluste wieder einzufahren. Dieser Trend lässt sich aktuell am besten über die Portale billiger-mietwagen.de und Check 24 analysieren. Hier zeigte sich bereits seit Mai diesen Jahres eine Preissteigerung bei Buchungen: Im Juli/August lagen weltweit die Preise teilweise um bis zu 54 Prozent höher als im letzten Sommer. Spitzenreiter der Preiserhöhung ist Griechenland. Hier sind laut Vergleichsportal billiger-mietwagen.de die Preise um 160 Prozent angestiegen, in Spanien sind es 117 und in Italien etwa 102 Prozent. Innerdeutsch ist die Preissteigerung etwas geringer und beläuft sich auf etwa 20 Prozent.

Und weitere Länder sind mit den Preissteigerungen ganz vorn. Darunter z. B. Ungarn, wo sich die Preise für Mietwagen etwa verdoppelt haben, also eine Preissteigerung von knapp 100 Prozent. Auch in Litauen und Lettland ist es für die Mietwagennutzer deutlich teurer geworden, mit jeweils 38 und 30 Prozent Preissteigerung. 

Die Preise variieren je nach Anbieter, Fahrzeugklasse aber auch nach Land. Während eine Tagesmiete z. B. bei Sixt in Palma/Mallorca 164 Euro kostet, liegt der Mietpreis in Deutschland z. B. am Flughafen München bei 172 Euro. Gerade auf Mallorca seien die Preise z. T. komplett unberechenbar. Während es hier vor der Corona-Krise noch Kleinwagen für 150 Euro pro Woche zu mieten gab, kann jetzt durchaus mit 1100 Euro pro Woche gerechnet werden, so Kai Sannwald von Sunny Cars. 

Auch von Seiten der Anbieter werden steigende Preise bestätigt. So z. B. von Erich Sixt, Gründer und Hauptaktionär des gleichnamigen Vermieters: Wir werden so hoch gehen, wie es uns der Markt erlaubt und was wir den Kunden gegenüber verantworten können. Nach Aussagen der Europcar Mobility Group allerdings befinden sich die Preise noch auf dem Niveau von 2019. Europcar würde sich nach der Nachfrage im Sommer richten. Bei starker Nachfrage sei mit Preiserhöhungen zu rechnen. Bei der Avis Budget richtet man sich hinsichtlich der Preise nach der Nachfrage am Markt aus.

Einige Ausnahmen für die erhöhten Mietwagenpreise gibt es bislang: Slowenien, Serbien, Malta gelten als die wenigen Länder, in denen der Mietwagenpreis aktuell eher gesunken ist.

Wird es eine Rückkehr zu Niedrigpreisen für Mietwagen geben?

Ob sich die Preisentwicklung wieder im Sinne des Nutzers ändern wird und die Niedrigpreise wieder kommen werden, bleibt derzeit ungewiss. Grundsätzlich war die Branche schon vor der Corona-Krise durch den harten Wettbewerb angeschlagen, mit dem sich die Anbieter mit günstigeren Angeboten versucht haben zu unterbieten. Europcar und Hertz beispielsweise waren schon zuvor stark verschuldet. Die Corona-Krise tat dann ihr Übriges. Geschäftsreisekunden sollten daher künftig ein höheres Budget einplanen, wenn sie sich per Mietwagen zum nächsten Kundentermin begeben.  

Inhaltsverzeichnis

Preissteigerungen für Mietwagen über die Sommermonate – Hintergrund

Wird es eine Rückkehr zu Niedrigpreisen für Mietwagen geben?

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